Strengere Regeln für die Biotonne
Falsche Mülltrennung wird teuer! Ab Mai muss die Stadt Emmerich am Rhein die Kontrollen der Biotonnen verschärfen. Wer Plastik entsorgt, riskiert Zusatzkosten. Jetzt informieren und richtig entsorgen!
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Die Stadt Emmerich am Rhein intensiviert die Kontrollen bei der Mülltrennung. Aufgrund hoher Fehlbefüllungen der Biotonnen mit Plastik- und Restmüll werden ab Mai strengere Regelungen eingeführt.
„Wir stellen immer wieder fest, dass die Biotonnen falsch befüllt werden. Windeln, Plastiktüten oder gar Bauschutt haben dort nichts zu suchen. Leider führt das dazu, dass komplette Müllladungen unbrauchbar werden und teuer entsorgt werden müssen“, erklärt Jochem Vervoorst, Betriebsleiter der Kommunalbetriebe Emmerich.
Warum ist das ein Problem?
Die bisherigen Zahlen sind alarmierend: Teilweise enthielt der Emmericher Biomüll bis zu elf Prozent Plastikanteil. Ab einem Fremdstoffanteil von drei Prozent kann das Entsorgungsunternehmen Schönmackers die Annahme der Bioabfälle verweigern. Dies hat zur Folge, dass falsch befüllte Ladungen kostenintensiv als Restmüll verbrannt werden müssen.
Höhere Kosten für Verbraucher möglich
Die fehlerhafte Mülltrennung verursacht erhebliche Mehrkosten. Während die Stadt für eine reguläre Anlieferung ins Kompostwerk 1400 Euro pro zehn Tonnen zahlt, fallen für eine Umdeklarierung und Verbrennung zusätzlich 1000 Euro an. Sollten sich die Fehlbefüllungen nicht verringern, könnten sich die Kosten für die Bürgerinnen und Bürger von derzeit 14 Cent auf 19 Cent pro Kilogramm Biomüll erhöhen.
„Es wäre unfair, wenn alle für die Fehler einiger weniger zahlen müssen. Unser Ziel ist es daher, durch verstärkte Kontrollen und Aufklärung die Mülltrennung zu verbessern“, betont Jochem Vervoorst.
So wird die Mülltrennung kontrolliert
Um die Situation zu verbessern, setzt die Stadt verstärkt auf Information und Kontrolle. Biotonnen mit zu hohen Plastikanteilen werden nicht mehr geleert und mit einem Hinweisaufkleber versehen. Die betroffenen Haushalte müssen den Müll nachsortieren oder kostenpflichtig als Restmüll entsorgen. Zudem kommen moderne Kontrollfahrzeuge mit künstlicher Intelligenz zum Einsatz, um Falschbefüllungen schneller zu erkennen.
Auch Nadine Püttmann, Bioökonomin im Schönmackers-Kompostwerk, appelliert an die Bürgerinnen und Bürger: „Man denkt oft, ein einzelner Fehlwurf mache keinen großen Unterschied, doch die Auswirkungen sind enorm. Plastik im Biomüll beeinträchtigt die Kompostqualität erheblich und kann langfristig sogar unsere Böden belasten.“
Die Stadt Emmerich am Rhein ruft dazu auf, Biomüll am besten lose oder in Papiertüten in die braune Tonne zu geben. Nur durch gemeinsames Handeln können unnötige Kosten und Umweltbelastungen vermieden werden.
Bioabfälle (braune Tonne)
Für die Entsorgung von Bioabfällen stehen braune 240-Liter-Behälter zur Verfügung. Die Entleerung erfolgt im 14-tägigen Rhythmus. Jeder Haushalt ist verpflichtet eine Biotonne für kompostierbare Abfälle zu benutzen. Auf besonderen Antrag kann eine Befreiung von der Benutzung einer Biotonne erteilt werden, wenn die auf dem Grundstück anfallenden biologischen Abfälle dort selbst kompostiert werden.
Was gehört in die „Braune Tonne“?
- Küchenabfälle wie Obst-, Gemüse- und Eierschalen
- Brot, Käse sowie Essensreste
- Kaffeefilter
- Teebeutel
- Baum- und Strauchschnitt bis ca. 10 cm Durchmesser
- Rasen- und Wiesenschnitt
- Laub
- Blumen, Pflanzen, Wildkräuter