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Sanierung "De Wette Telder"


Wette Telder in bunt beleuchtet - eine Kunstaktion von Oliver KretschmannDas Baudenkmal „De wette Telder" in der Steinstraße 15 - eines der ältesten noch erhaltenen Häuser in Emmerich am Rhein - wird umfangreich saniert und dann als Bildungs- und Begegnungsstätte für alle Bürger zugänglich gemacht.

Bereits seit einigen Jahren hatten sich unterschiedliche gesellschaftliche Gruppierungen der Stadt vielfältige Gedanken um eine Nutzung für das leerstehende Haus gemacht, das sich seit 2017 im Besitz der Stadt befindet. Im Wette Telder soll ein Ort geschaffen werden, der Begegnungen der Bewohner des Quartiers Innenstadt möglich macht. Hier sollen Angebote und Veranstaltungen realisiert werden, die der Vielfalt der Bewohnerschaft Rechnung trägt. So sollen kulturelle Veranstaltungen, wie z.B. Lesungen, Kleinkunst oder Bildungsabende genauso stattfinden können, wie ein Familienfrühstück oder Beratungsangebote für Zugewanderte oder sozial Schwächere.

Nachdem die 2019 begonnen Arbeiten im Gebäude unterbrochen werden mussten, laufen die planerischen Vorbereitungen für eine Fortsetzung der Arbeiten.

 

Sie wollen mal einen Blick in den „Wette Telder“ werfen? Dann nutzen Sie den virtuellen 3D-Rundgang.
 
Aktueller Sachstand
Dezember 2019
Architekt Barend van Ackeren übernimmt den Auftrag zur Sanierung des Wette Telder. Im Zuge der weiteren Planungen ergeben sich erneute Fragen zur Statik des Gebäudes und zum Denkmalschutz, die eine Fortsetzung der Arbeiten zunächst verhindern.
September 2019
Der beauftragte Architekt gibt den Auftrag zur Durchführung des Sanierungsprojektes aus persönlichen Gründen zurück.
Mai 2019
Die Baumaßnahmen müssen wegen historischer Funde im Kellerbereich des Gebäudes für mehrere Monate unterbrochen werden.
Januar 2019
Der Bauzaun ist aufgestellt. Die Bauarbeiten am "Wette Telder" beginnen. Zunächst werden Decken und Wände im Vorderhaus abgerissen.
Mai/Juni 2018
Das über 500 Jahre alte Baudenkmal war eine Herausforderung für die Statiker. Ende Juni konnte die endgültige Prüfstatik nach mehreren Gesprächen und Rücksprachen vom beauftragten Architekten vorgelegt werden. Anschließend werden aktuell die ersten Ausschreibungen vorbereitet.
Februar 2018
Das beauftragte Ingenieurbüro für Tragwerksplanung überarbeitet die Statik, um die notwendigen Eingriffe in das Gebäude möglichst denkmalverträglich zu gestalten. Erklärtes Ziel ist es, so viel Originalsubstanz aus der Erbauungszeit wie möglich zu erhalten, aber auch den heutigen Anforderungen an ein öffentlich genutztes Gebäudes gerecht zu werden.
November 2017
Die Stadt Emmerich am Rhein wird neuer Eigentümer des Hauses.
Der beauftragte Architekt erstellt die genauen Ausführungsplanungen.
26. September 2017
Der Rat der Stadt Emmerich am Rhein beschließt das Haus "De wette Telder" zu erwerben.
2. August 2017
Ministerin Scharrenbach übergibt den Förderbescheid an Bürgermeister Peter Hinze.

 

"De wette Telder" - ein Haus mit Geschichte

Historische Balken im Wette Telder

Das mittelalterliche Kaufmannshaus „De wette Telder" wurde ausgiebig von der Bauforschung des LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland untersucht. Bei einer wissenschaftlichen Holzuntersuchung der Holzbalken stellte sich heraus, dass das Haus vermutlich um das Jahr 1502 gebaut worden ist. Bis dahin waren Experten von einer Erbauungszeit um 1642 ausgegangen, weil der Hausname „In den witten Telder" zu dieser Zeit erstmals in alten Unterlagen auftauchte. Bei den Emmerichern hat sich im Laufe der Jahre der Name „De wette Telder" eingebürgert. Darum soll dieser Name beigehalten werden.

Die Bauforscher fanden ebenfalls heraus, dass das Haus mit seinem noch existierenden Eichenholztragwerk in eine Baulücke hinein gebaut worden ist. Damit verbunden war die überraschende Erkenntnis, dass das Nachbarhaus Steinstr. 17 folglich noch älter sein muss als das Haus Steinstr. 15, „De wette Telder". „De wette Telder" hatte ursprünglich ein hallenartiges etwa fünf Meter hohes Erdgeschoss im Vorderhaus. Im 19. Jahrhundert erhielt das Haus ein Zwischengeschoss sowie Zwischenwände und weitere Einbauten. Mit der anstehenden Sanierung des Hauses sollen die Zwischendecke und die Wände wieder entfernt werden, um das Raumerlebnis des 16. Jarhunderts wieder herzustellen.

 

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