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Wasser

Foto des Pumpwerkes an der Löwenberger Landwehr

Die Stadt Emmerich am Rhein ist in vielfacher Hinsicht vom Wasser geprägt, besitzt jedoch kaum eigene Zuständigkeiten.

Hochwasserschutz

Im Katastrophen- und Hochwasserfall ist der Kreis Kleve ihr Ansprechpartner.

Hochwasser ist an allen Flüssen eine Gefahr, die man genau kennen muss, um ihr begegnen zu können. Aus diesem Grund ist der Begriff Hochwasserrisiko-Management durch die EU (Europäische Union) eingerichtet worden. Die rechtliche Basis ist 2007 mit der „Richtlinie über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiko“ der EU in Kraft getreten, welche im Wasserhaushaltsgesetz umgesetzt wurde.

In Nordrhein-Westfalen koordiniert das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MKULNV) die Kartenerstellung durch die Bezirksregierungen. Für Emmerich am Rhein ist die Bezirksregierung Düsseldorf zuständig.

In Zusammenarbeit mit Kommunen und anderen Verantwortlichen (z.B. Deichverbänden) überprüft das MKULNV die Aussagen der erstellten Karten auf Plausibilität. Die Bezirksregierung erarbeitet Ziel- und Maßnahmenvorschläge zu den Handlungsfeldern, die einen Beitrag zur Risikoverminderung leisten sollen.

Das Hochwasserrisiko-Management wird in drei Schritten umgesetzt:

  1. Vorläufige Bewertung und Bestandsaufnahme (bis 2011)
  2. Erstellung von Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten (bis 2013)
  3. Hochwasserrisiko-Managementpläne (bis 2015)

Entsprechend den geltenden gesetzlichen Regelungen müssen die Hochwasserrisikomanagementpläne in einer Strategischen Umweltprüfung (SUP) hinsichtlich ihrer möglichen Auswirkungen auf die natürliche Umwelt, den Menschen oder materielle Werte überprüft werden. An der SUP sind sowohl die Behörden, deren umwelt- und gesundheitsbezogene Aufgabenbereiche durch die Pläne berührt werden, als auch die Öffentlichkeit zu beteiligen. Es wurde daher ein weiteres Beteiligungsverfahren eingerichtet.

Für Emmerich relevant sind neben den Umweltberichten zur SUP ist der Hochwasserrisikomanagementplan Rhein mit den Beiträgen für die Teileinzugsgebiete Deltarhein und Rheingraben-Nord.

Nach der Umsetzung der oben genannten drei Schritte erfolgt alle 6 Jahre eine Aktualisierung und Überprüfung aller Arbeitsschritte.

Die Hochwasserkarten, die im 2. Schritt erstellt wurden, haben jeweils drei verschiedene Szenarien:

  • HQ10: Hochwasser, das mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit eintritt, im Mittel alle zehn Jahre
  • HQ100: Hochwasser mittlerer Wahrscheinlichkeit, im Mittel alle 100 Jahre
  • HQextrem: Hochwasser, das statistisch wesentlich seltener als alle 100 Jahre auftritt
Was genau sind Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten?
Hochwassergefahrenkarte

Die Gefahrenkarten informieren über die mögliche Ausdehnung und Tiefe einer Überflutung. Dabei wird dargestellt, welches Ausmaß der Überflutung in den drei Szenarien zu erwarten ist.
Die Gefahrenkarten sind eine wichtige Grundlage für die zukünftige Bauleitplanung, den Denkmal- und Katastrophenschutz und die Ver- sowie Entsorgung. Zusätzlich sollen Unternehmen und Hauseigentümer aus den Karten entnehmen können, welche Risiken für Schutzgut und Eigentum bestehen und somit selbst Vorsorgemaßnahmen treffen können.

Hochwasserrisikokarte

Hochwasserrisikokarten stellen die bedrohte Nutzungsart durch Hochwasser dar. Sie enthalten Informationen, welche Schutzgüter (menschliche Gesundheit, Umwelt, Kulturgüter, wirtschaftliche Tätigkeiten) in den Gebieten jeweils bei einem Hochwasser geringer, mittlerer und hoher Wahrscheinlichkeit betroffen wären. Sie sind die Grundlage zur Risikobewertung in einem Einzugsgebiet und somit auch für die Ermittlung des Handlungsbedarfs bedeutend. Ohne Hochwasserrisikokarten könnte man das Risiko auch nicht managen. In Risikokarten sind die Unternehmen mit hohem Schadenspotential gekennzeichnet und eine grobe Schätzung enthalten, wie hoch die zu evakuierende Bevölkerungszahl sein würde.

Informationen zu Flächen in der Stadt Emmerich am Rhein

Auf der Internetseite www.flussgebiete.nrw.de können die Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten eingesehen werden.

Des Weiteren können Emmericher Bürger die Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten, die die Stadt Emmerich am Rhein betreffen auch im Rathaus einsehen.

Weiterführende Informationen

 

Fließgewässerschutz

Der Rhein als größter Strom unterliegt mit seinen Altarmen der Aufsicht des Landes. Die Binnengewässer, wie die Landwehren, die Lander, die Wild und der Netterdensche Kanal gehören zum Einzugsbereich des Deichverbandes Bislich-Landesgrenze und zum Wasserverband Netterdenscher Kanal. Bei Fragen zur Gewässerunterhaltung oder zur Gebietsentwässerung nehmen Sie Kontakt auf mit dem

Deichverband Bislich-Landesgrenze
Stadtweide 3
46446 Emmerich am Rhein
Tel. 0 28 22 / 93 39-0

oder besuchende Sie die Internetseite des Deichverbandes.

Das Projekt ‚NATURA 2000 Rijnstrangen’
Wasserwirtschaftliche Planungen der Niederlande im deutsch-niederländischen Grenzgebiet

Europaweit werden, auf Grund einer entsprechenden EU-Richtlinie, sog. NATURA 2000-Gebiete ausgewiesen, die dem Zweck dienen, gefährdete Tier- und Pflanzenarten und ihre Lebensräume nachhaltiger zu schützen und zu entwickeln, als dies bisher der Fall ist.

Im deutsch-niederländischen Grenzraum zwischen Zevenaar (NL) und Emmerich-Elten will die niederländische Regierung auf ihrer Seite die eingedeichten Polder des ehemaligen Rheinaltarmes des Oude Rijn, die sogenannte ’Erftkamerlingsschap’, wieder zu einer dynamischen Flussauenlandschaft entwickeln, die geprägt wird durch uferbegleitende Schilf- und Rörichtbestände als Lebensraum für entsprechende Wasservogelarten.

Maßgeblich für eine solche Landschaftsentwicklung ist die Einflussnahme auf das Wasserregime der Region, da solche Ökosysteme stark grund- und oberflächenwasserabhängig sind. Gerade in sommerlichen Trockenzeiten plant daher die lokale niederländische Wasserbehörde, die ‚Waterschap Rijn en Ijssel’, über ihre Pumpwerk in Kandia und weitere noch einzurichtende Staueinrichtungen, das Wasser im Gebiet zu halten. Im Jahresverlauf sollen die Wasserstände allgemein im Gebiet der Rijnstrangen leicht erhöht werden; lt GGOR – Beschluss : Minimumpegel 9.75, Maximumpegel 10.70.

Die niederländischen Planungs- und Wasserbehörden rechnen mit Auswirkungen auf ihrem Staatsgebiet, können aber negative Effekte auch grenzüberschreitend in Teilen der Gebiete von Grondstein nicht völlig ausschließen. Sowohl die Betroffenen selbst wie die Landwirtschaftskammer und die Stadt Emmerich am Rhein vertreten einvernehmlich die Auffassung, dass von diesen niederländischen Planungen keine negativen Folgewirkungen auf deutsches Grenzgebiet ausgehen dürfen.

Um das Vorhaben den Interessierten auf beiden Seiten zu erläutern und auf Fragen der möglichen Betroffenheit, der befürchteten Ertragseinbußen und ihrer Entschädigung einzugehen, hat die Waterschap Rijn en Ijssel am 23. und 25. November 2010 in Babberich (NL) Informationstage veranstaltet,  die sowohl niederländische wie deutsche Grundbesitzer und Bewirtschafter zur Orientierung genutzt haben.

Die Stadt Emmerich am Rhein unterstützt dieses Informationsbedürfnis, indem sie die zentralen Informations-Unterlagen auf ihrer Webseite auch für alle deutschen Betroffenen ins Netz stellt.
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Ausführliche Informationen in Niederländisch erhalten Sie auf der Internetseite der Waterschap Rijn en Ijssel.

Grundwasserschutz

Beim Bau privater Brunnen bzw. Grundwasserentnahmestellen brauchen Sie eine Wasserrechtliche Erlaubnis (WE), die Ihnen die Untere Wasserbehörde beim Kreis Kleve ausstellt.

Die Trinkwasserversorgung wird durch die Emmericher Stadtwerke sichergestellt, die derzeit ein Wasserwerk am Helenenbusch in Emmerich betreiben. Ein neues Wasserwerk am Kapellenberger Weg befindet sich derzeit im Bau. Die Lage der Wasserwerke inkl. der Ausbreitung ihrer jeweiligen Wasserschutzzonen können Sie hier einsehen.

Bei Fragen zur Wasserqualität wenden Sie sich bitte an:

Stadtwerke Emmerich (SWE) GmbH
Wassenbergstraße 1
46446 Emmerich am Rhein
Tel. 0 28 22 / 604-0

oder besuchen Sie die Internetseite der Stadtwerke.