Inhalt

Sanierung "De Wette Telder"


Wette Telder in bunt beleuchtet - eine Kunstaktion von Oliver KretschmannDas Baudenkmal „De wette Telder" in der Steinstraße 15 - eines der ältesten noch erhaltenen Häuser in Emmerich am Rhein - wird 2018 umfangreich saniert und dann als Bildungs- und Begegnungsstätte für alle Bürger zugänglich gemacht! Aus dem Sonderprogramm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier" des Bundesumweltministeriums werden Erwerb, Instandsetzung und Ausstattung des Baudenkmals „De wette Telder" zu einer Bildungs- und Begegnungsstätte mit Familienbüro sowie ein gut dreijähriges Integrationsmanagement gefördert. Das Projekt ist als eine von 44 Maßnahmen in NRW mit einer Anteilfinanzierung von 90 % zu zuwendungsfähigen Gesamtausgaben in Höhe von 1.138.539 Euro ausgewählt worden. Hiervon trägt der Bund 75 %, das Land NRW 15 % und die Stadt Emmerich am Rhein 10 %. Die Förderung beträgt somit 1.024.685 Euro. Der Bewilligungszeitraum läuft von 2017 bis Ende 2021.

Bereits seit einigen Jahren hatten sich unterschiedliche gesellschaftliche Gruppierungen der Stadt vielfältige Gedanken um eine Nutzung für das leerstehende Haus gemacht, das sich noch in privater Hand befand. Diese zahlreichen Ideen waren die Grundlage für das von der Stadt und einer Arbeitsgruppe entwickelte Nutzungskonzept, das dann dem Land NRW und dem Bundesministerium zur Förderung im Rahmen des Investitionspaktes Soziale Integration im Quartier" vorgeschlagen wurde.

 
Aktueller Sachstand
Mai/Juni 2018
Das über 500 Jahre alte Baudenkmal war eine Herausforderung für die Statiker. Ende Juni konnte die endgültige Prüfstatik nach mehreren Gesprächen und Rücksprachen vom beauftragten Architekten vorgelegt werden. Anschließend werden aktuell die ersten Ausschreibungen vorbereitet.
Februar 2018
Das beauftragte Ingenieurbüro für Tragwerksplanung überarbeitet die Statik, um die notwendigen Eingriffe in das Gebäude möglichst denkmalverträglich zu gestalten. Erklärtes Ziel ist es, so viel Originalsubstanz aus der Erbauungszeit wie möglich zu erhalten, aber auch den heutigen Anforderungen an ein öffentlich genutztes Gebäudes gerecht zu werden.
November 2017
Die Stadt Emmerich am Rhein wird neuer Eigentümer des Hauses.
Der beauftragte Architekt erstellt die genauen Ausführungsplanungen.
26. September 2017
Der Rat der Stadt Emmerich am Rhein beschließt das Haus "De wette Telder" zu erwerben.
2. August 2017
Ministerin Scharrenbach übergibt den Förderbescheid an Bürgermeister Peter Hinze.

 

"De wette Telder" - ein Haus mit Geschichte

Historische Balken im Wette Telder

Das mittelalterliche Kaufmannshaus „De wette Telder" wurde ausgiebig von der Bauforschung des LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland untersucht. Bei einer wissenschaftlichen Holzuntersuchung der Holzbalken stellte sich heraus, dass das Haus vermutlich um das Jahr 1502 gebaut worden ist. Bis dahin waren Experten von einer Erbauungszeit um 1642 ausgegangen, weil der Hausname „In den witten Telder" zu dieser Zeit erstmals in alten Unterlagen auftauchte. Bei den Emmerichern hat sich im Laufe der Jahre der Name „De wette Telder" eingebürgert. Darum soll dieser Name beigehalten werden.

Die Bauforscher fanden ebenfalls heraus, dass das Haus mit seinem noch existierenden Eichenholztragwerk in eine Baulücke hinein gebaut worden ist. Damit verbunden war die überraschende Erkenntnis, dass das Nachbarhaus Steinstr. 17 folglich noch älter sein muss als das Haus Steinstr. 15, „De wette Telder". „De wette Telder" hatte ursprünglich ein hallenartiges etwa fünf Meter hohes Erdgeschoss im Vorderhaus. Im 19. Jahrhundert erhielt das Haus ein Zwischengeschoss sowie Zwischenwände und weitere Einbauten. Mit der anstehenden Sanierung des Hauses sollen die Zwischendecke und die Wände wieder entfernt werden, um das Raumerlebnis des 16. Jarhunderts wieder herzustellen.

 

Logos der Fördergeber