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Bahnübergangbeseitigung

Ein Intercity-Express fährt rasch über einen beschrankten Bahnübergang

Das Bahnübergangbeseitigungskonzept der Stadt Emmerich am Rhein

Entwicklung und Stand

Das vorliegende, vom Rat der Stadt Emmerich am Rhein letztmalig am 26.06.2014 geänderte und verabschiedete Bahnübergang-Beseitigungskonzept ist das Ergebnis langer Abstimmungsprozesse mit den unterschiedlichsten Verfahrensbeteiligten über etliche Planungsvarianten. Die Frage nach der Beseitigung der höhengleichen Bahnübergänge auf der Strecke zwischen Oberhausen und der Landesgrenze, bzw. zwischen Praest und Elten, ist jedoch weit älter als die Diskussion um die Betuweroute. Hinzugekommene Aspekte, wie die Barrierewirkung häufig geschlossener Bahnübergänge, die Lärmschutzthematik, oder auch die Frage nach der Bewältigung denkbarer Notfallszenarien während des Streckenbetriebs verhelfen ihr inzwischen zu einer unübersehbaren Aktualität.

Einzellösungen 

Bereits 1965 führten Beinahe-Unfälle an den Bahnübergängen dazu, dass man sich  Gedanken zu ihrer Beseitigung machte. Sie führten 1968 zu einer ersten Kreuzungsvereinbarung mit der Bahn, die die Beseitigung der Bahnübergänge ‚An der Landwehr’ (ehemals Hetterstraße), Nierenbergerstraße und K 2 (die spätere K 16) vorsah. In der zweiten Hälfte der siebziger Jahre wurde die Beseitigung  weiterer höhengleicher Bahnübergänge wie die am Bremer Weg, an der Kämpchenstrasse, an der Baumannstrasse, an der Ingenkampstrasse sowie die privater Übergänge in Angriff genommen. Inzwischen sind von ehemals 35 Kreuzungen der Bahntrasse mit Strassen, Gewässern und privaten Übergängen noch 19  zu beseitigen.

Gesamtkonzeptionelle Überlegungen

Die Forderungen nach einem Beseitigungskonzept für alle Bahnübergänge ist keine Erkenntnis der Gegenwart (dies wurde schon 1978 gefordert), genauso wie die Idee, eine Priorität unter den Bahnübergängen festzulegen (diese Forderung wurde bereits 1975 erhoben). Der Übergang in die achtziger Jahre markiert jedoch eine Intensivierung entsprechender Planungsbemühungen, die im November 1980 in eine Rahmenvereinbarung mit der DB-AG mündeten bezüglich der Beseitigung der Bahnübergänge in den Ortsteilen Vrasselt und Praest. Die Umsetzung dieser ersten Rahmenvereinbarung ließ auf sich warten, u.a. weil es gleichzeitig verschiedene Anläufe gab, vordringlich eine Lösung für den Bahnübergang ‚Löwentor’ zu konkretisieren.

Foto mit eingezeichnetem dritten Gleis und den Schallschutzwänden mit einer Höhe von 5 Metern

Die Betuwe und ihre Auswirkungen

Im Jahr 1992, mit dem Abschluss der Vereinbarung von Warnemünde zwischen dem deutschen und der niederländischen Verkehrsministerin über den Ausbau der Betuwelinie und seiner beiden Bypässe, gewann die Problematik der ebenerdigen Bahnübergänge erneut an Aktualität. Schnell setzte sich die Erkenntnis durch, dass man ein Gesamtkonzept benötige.

Während noch Machbarkeitstudien die grobe Vorzugstrasse der Bahn ermittelten, beschloss der Rat der Stadt im März 1994, die in 1980 mit der Bahn geschlossene Rahmenvereinbarung zu kündigen, z.T. in der Annahme, nun mit den Bahnübergängen ein wirksames Mittel in der Hand zu halten, um auf bahnseitige Planungen Einfluss nehmen zu können. 1996 wurden noch laufende Planungen zur Aufhebung von Bahnübergängen eingestellt.

Wiederaufnahme der Planungen

Im November 2000 beschloss der Rat der Stadt Emmerich am Rhein, auf Empfehlung der Kommission ‚Betuwe – Regionalverkehr’, wieder Gespräche mit der DB-AG diesbezüglich aufzunehmen. Das führte dazu, dass 2001 der Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss die Erarbeitung eines Prioritätenkataloges zur Beseitigung höhengleicher Bahnübergänge an eine neu zu gründende  ‚Arbeitsgruppe Betuwe’ verwies. Diese erstellte u.a. eine Übersicht sämtlicher Bahnübergänge und verglich in einer Matrix die planerischen Aussagen der Rahmenvereinbarung und der gerade vorgelegten Machbarkeitsstudie mit den Zielvorstellungen der Politik und der Verwaltung.

In den Folgejahren verhandelte die Stadt Emmerich am Rhein mit der Bahn primär über Bahnübergang-Lösungen in den verschiedensten Dissensfällen. Zwischenzeitlich erklärte sich das Land NRW bereit, die Eigenfinanzierungsanteile der Kommunen an den auf sie zukommenden Kreuzungsmaßnahmen zu übernehmen; dies allerdings unter der Prämisse eines Gesamtkonsens auf dem Gebiet der Stadt Emmerich am Rhein.

An dieser Stelle haben Sie die Möglichkeit, detaillierte Informationen zu den einzelnen Bahnübergängen herunterzuladen.