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Archiviert: Grußwort des Bürgermeisters zum Jahreswechsel

Peter Hinze vor RheinpromenadeLiebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

„zwischen den Jahren“ – damit sind die Tage gemeint, die – „eingeklemmt“ zwischen den Feiertagen am Jahresende – geradezu  einladen, einmal inne zu halten, Atem zu holen und mit Ruhe und Bedacht auf die vergangenen zwölf Monate zurückzublicken. Die Tage sind aber auch immer wieder ein Punkt, an dem man einen Blick in die Zukunft zu wagt. Nicht wenige nutzen die Gelegenheit, um sich gleich Vorsätze fürs nächste Jahr auf die Schultern zu laden.  

Bevor auch ich ein klein wenig vorausblicke, möchte ich ein dickes „Dankeschön“ loswerden: und zwar an alle Menschen, die sich im Jahr 2016 für das Zusammenleben in unserer Stadt engagiert haben. Als Bürgermeister komme ich das Jahr über zu vielen Unternehmen, Einrichtungen und Vereinen. Es freut mich jedes Mal, wenn ich sehe: hier setzen sich Menschen – egal ob hauptberuflich oder ehrenamtlich – mit Herzblut und ganz bewusst für „Unser Emmerich“ ein. Nur so kann es gelingen, dass wir diese Stadt gemeinsam noch lebens- und liebenswerter machen, als sie ohnehin schon ist.

Ich weiß, dass nicht wenige Bürgerinnen und Bürger das anders sehen und negativ über Emmerich denken. Bei allem Verständnis für die Kritik an den Problemen, die hier vor Ort zweifelsohne bestehen, lade ich alle Kritiker ein, ihr Unbehagen nicht nur in Leserbriefen oder in den sozialen Medien kundzutun, sondern mit uns – und damit meine ich die Verwaltung und auch die Politik – ins Gespräch zu kommen. Es lässt sich nicht alles „von jetzt auf gleich“ verändern und es können auch nicht alle Wünsche Wirklichkeit werden, aber nur wenn wir miteinander im Gespräch bleiben, kann gemeinsam etwas bewegt werden. Davon bin ich überzeugt.           

2016 haben wir viele Projekte auf den Weg gebracht, die uns auch im neuen Jahr begleiten werden: so wir die Gesamtschule in den kommenden Jahren eine neue und moderne Gestalt erhalten, die den Erfordernissen von Inklusion und Differenzierung genügen. Dafür werden wir bis 2023 mehr als 25 Millionen Euro in die Standorte der Schule investieren. Ich bin weiterhin fest davon überzeugt, dass wir mit der Einrichtung der Gesamtschule den richtigen Weg eingeschlagen haben. Zusammen mit dem Willibrord-Gymnasium steht das weiterführende Schulsystem in unserer Stadt so auf zwei hochwertigen und zukunftsfesten Säulen.    

Im neuen Jahr wird auch die Innenstadtentwicklung weiter vorangetrieben. Für das Wohn- und Geschäftshaus am Neumarkt werden wir wohl Anfang des Jahres Baurecht erteilen können. Dann gehen wir auch die Platzgestaltung des Neumarktes an. Es ist wichtig, dass diese seit Jahren klaffende Wunde im Herzen der Stadt endlich geschlossen wird. Außerdem werden in den ersten Monaten des neuen Jahres mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) und dem Einzelhandelskonzept zwei Dokumente fertiggestellt, die eine entscheidende strategische Grundlage für eine Attraktivitätssteigerung unserer Innenstadt in den kommenden Jahren sein werden.

Besonders beschäftigt mich derzeit die Situation auf dem sozialen Wohnungsmarkt. Es mangelt in Emmerich vor allem an bezahlbaren, kleinen Wohnungen für Alleinstehende und Zwei-Personen-Haushalte. Und der Bedarf nimmt weiter zu. Glücklicherweise gibt es – nach Jahren des Stillstandes – aktuell zwei konkrete Bauvorhaben von privaten Investoren im Bereich sozialer Wohnungsbau. Das wird aber nicht ausreichen, um den erwarteten Bedarf zu decken. Da sind wir – Verwaltung und Politik gefragt – um in den ersten Monaten des neuen Jahres nach Handlungsansätzen zu suchen.

Gleiches gilt für das Thema „Integration“. Wir haben es dank des enormen Engagements von vielen Seiten geschafft, die vielen Asylsuchenden, die bei uns Zuflucht gesucht haben,  unterzubringen. Aber das ist nur der erste Schritt. Jetzt beginnt der Wichtigere – die „echte“ Integration. Wir müssen versuchen, die Menschen, die eine Bleibeperspektive haben, an unserem Alltag teilhaben zu lassen. Damit diese „echte“ Integration gelingen kann, haben wir vier wesentliche Faktoren ausgemacht: „Sprache“, „Wohnen“, „Beruf“ und „Freizeitgestaltung“. Das sind die vier Säulen, auf denen das Integrationskonzept aufbaut, das wir im kommenden Jahr verabschieden werden.

Im Rückblick auf 2016 fällt es schwer, von einem guten Jahr zu sprechen. Die Welt hat sich massiv verändert. Der Blick nach Aleppo macht die Ohnmacht der Welt deutlich. Noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht. Die politischen Entwicklungen in Amerika und der Türkei und unseren Nachbarländern in Europa machen mir zunehmend Sorge. Auch in Deutschland findet rechtes Gedankengut einen Nährboden aus Angst, Panikmache und Oberflächlichkeit. In den letzten Tagen schaut die Welt nach Berlin, der Terror ist auch bei uns in Deutschland angekommen.

Trotzdem dürfen wir nicht aufhören, nach Lösungen für ein friedliches Miteinander auf der Welt zu sorgen. Und das beginnt bei uns in Emmerich. Lassen Sie uns deshalb gemeinsam dafür sorgen, dass Terror und rechtes Gedankengut bei uns keinen Platz finden und wir uns unsere Freiheit, unsere Toleranz und unsere Art zu leben bewahren.   

In dieser Hoffnung wünsche Ihnen ein paar schöne und vor allem friedliche Weihnachtstage und einen gelungenen Start ins neue Jahr!

Ihr

Peter Hinze