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Bürgermeister: Kinderarzt-Sitz in Emmerich erhalten


Arzt untersucht Kind

Der Emmericher Kinderarzt Dr. Erich Lycko hat angekündigt, Ende des Monats in den Ruhestand zu gehen. Bürgermeister Peter Hinze weiß, was dieser Kinderarzt in den vergangenen Jahren geleistet hat. „Er hat vielen kleinen Patienten und ihren Eltern aus Emmerich und Umgebung mit seinem großen medizinischen Fachwissen und seiner enormen Erfahrung zur Seite gestanden. Die Lücke, die er in der kinderärztlichen Versorgung hinterlässt ist, wird groß sein. De facto verlieren wir damit auf einen Schlag eine wichtige Säule in der kinderärztlichen Versorgung.“   

Hinze ist sehr beunruhigt, da es trotz intensivster Bemühungen Lyckos bisher nicht gelungen ist, einen Nachfolger zu finden: „Ich weiß, dass deshalb viele Emmericher Eltern Ende des Monats ein großes Problem bekommen werden. Eine Versorgung in den Nachbarstädten ist auch nicht ohne weiteres möglich, weil dort die Situation teilweise sogar noch angespannter ist.“ Deshalb hat der Bürgermeister sich jetzt in einem Schreiben direkt an Dr. Frank Bergmann, den Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KV NO), gewandt. Die KV NO ist zuständig für die lokale und regionale kassenärztliche Versorgung 

Zeitlichen Puffer schaffen

In dem Brief wies Hinze auf die schwierige kinderärztliche Versorgungssituation hin. Um punktuell für Entlastungseffekte zu sorgen und eine Zukunftsperspektive zu schaffen, bat er Dr. Bergmann, den mit Praxis von Dr. Lycko verbundenen Kassensitz auf jeden Fall in Emmerich zu belassen. „Nach der aktuellen Rechtslage bliebe der Kassensitz maximal sechs Monate an den Ort gebunden. Danach könnte er auch an einen anderen Ort im Kreis Kleve vergeben werden. Mir ist aber wichtig, dass etwas mehr Puffer geschaffen wird, um doch noch einen neuen Kinderarzt oder eine Kinderärztin für Emmerich zu finden. Und da ist der mögliche Kassensitz ein ganz entscheidender Faktor“, so Hinze weiter. Außerdem schlägt er der KV NO eine kurzfristige Zusammenarbeit vor, um gemeinsam ein auf die gesamte Emmericher kassenärztliche Versorgung zugeschnittenes Kommunikations- und Beratungskonzept zu realisieren.

Mögliche Lösungswege ausloten

Weiterhin plant der Bürgermeister für die nächsten Wochen Gespräche mit anderen Akteuren aus der lokalen und regionalen Gesundheitslandschaft, um weitere mögliche Lösungswege auszuloten. „Für die Lebensqualität in unserer Stadt ist unter anderem eine gute kinderärztliche Betreuung ein sehr wichtiges Element. Auch wenn ich nach der Gesetzeslage keinen direkten Einfluss auf die medizinische Versorgungslage vor Ort habe, werde ich alles in meiner Macht Stehende tun, dass es Säuglingen, Kindern und Jugendlichen in Emmerich auch in Zukunft nicht an der notwendigen medizinischen Betreuung mangelt“, so Peter Hinze.